Vor ungefähr drei Wochen habe ich beim LG-HB620T-Gewinnspiel im 01blog mitgemacht und sogar gewonnen.
Das HB620T ist eins der ersten Handys, mit denen man Fernsehen kann. Dazu empfängt es nicht etwa den speziell für Mobilgeräte konzipierten DVB-H-Standard, sondern “ganz normales” DVB-T. Das funktioniert auch, trotz der niedrigen Displayauflösung von 320×240 Pixeln, erstaunlich gut. Doch dazu später mehr.
Hardware
Das schicke Klapphandy ist mit einem UMTS-Modem ausgestattet, das Daten mit maximal 3,6 MBit/s herunterlädt. Das konnte ich allerdings nicht testen, da ich noch eine alte SIM-Karte habe, die nicht für UMTS geeignet ist. Zwei Kameras sind eingebaut, auf der Rückseite eine 2-Megapixel-Kamera und über dem Hauptdisplay eine Kamera mit VGA-Auflösung (640×480 Pixel) für Videoanrufe. Unter der 2-MP-Kamera auf der Außenseite befindet sich ein kleines LC-Display, auf dem man sieht, wer gerade anruft, ohne das Handy aufklappen zu müssen, außerdem gibt das Display z.B. Auskunft über verpasste Anrufe.
Aufgeklappt erleichtern große Tasten das Tippen.
Das besondere ist die DVB-T-Antenne, die bei Nichtgebrauch ganz im Telefon verschwindet. Die Antenne ist allerdings sehr dünn, man hat schon etwas Angst sie abzubrechen.

Zum Lieferumfang gehört ein Headset, ein USB-Datenkabel und ein Netzteil.
Software
Ich vermute, auf dem HB620T läuft das ganz normale LG-Betriebssystem. Ich hatte vorher noch kein LG, aber die Umgewöhnung fällt nicht besonders schwer, da das System standardkonform aufgebaut ist.
Auf dem Handy ist ein sehr guter Browser installiert. Ich finde sogar, dass er besser funktioniert, als mein eigentlich genutzter Opera Mini. Man kann im Browser Lesezeichen ablegen und Seiten fürs Offline-Lesen speichern, außerdem ist ein RSS-Reader integriert. Der Browser bietet viele Einstellungsmöglichekeiten, man kann z.B. Javascript und Cookies ein- oder ausschalten, sich die vertrauenswürdigen SSL-Zertifikate anzeigen lassen, oder einstellen, ob man Caching verwenden möchte. Man kann zwischen verschiedenen Renderingmodi wählen. Unter anderem gibt es das Standard-Layout, in diesem Modus wird die Seite ungefähr so wiedergegeben, wie sie auf einem Desktop-Browser angezeigt werden würde. Außerdem wird neben einem SSR-Modus, ein Nur-Text-Layout angeboten.
Das Telefon hat einen nützlichen Organizer mit Wecker, Taschenrechner, Kalender, Aufgaben- und Notizenliste, Taschenrechner, Stoppuhr, Umrechner, Weltzeit und Datumsrechner. Das einzige was ich jetzt noch nicht geschafft habe, ist, ein E-Mail-Konto einzurichten, könnte aber auch an meinen Einstellungen liegen, da muss ich nochmal weitergucken..
Fernsehfunktion
Das Killerfeature des HB620T ist natürlich der DVB-T-Empfänger, der wirklich gut funktioniert. Nach etwa drei Minuten ist der einmalig durchzuführende Sendersuchlauf abgeschlossen, ich habe beim ersten Mal alle ca. 30 empfangbaren Sender gefunden. Unter dem Hauptdisplay gibt es drei Funktionstasten, eine aktiviert den Fernsehmodus, die zweite öffnet eine Kanal- und die dritte eine Favoritenliste.
Der Empfang ist sehr gut, ich hätte eine wesentlich schlechtere Signalqualität bei dieser kleinen Antenne erwartet. Es ist problemlos möglich, einen Spielfilm ohne Störungen zu gucken. Sogar in der Straßenbahn bleibt die Verbindung unerwartet stabil. Das größte Problem ist wohl der hohe Stromverbrauch, nach ca. 3 Stunden Dauergucken (werde das später mal genauer testen) ist der Akku leer.
Insgesamt macht das LG HB620T einen guten Eindruck. Die gewöhnlichen Handyfunktionen sind nicht besser, als bei anderen Telefonen, aber der TV-Empfänger kann wirklich überzeugen und mit Stand-alone-Receivern mithalten. Schade ist, dass der Akku nicht länger durchhält, was aber auch nicht besonders überraschend ist, da das Handy wie gesagt normale DVB-T-Streams decoden muss.